Briefmarkenarten

Heute gibt es viele verschiedene Briefmarkenarten. Schon bald nach der Einführung der Briefmarke wurden immer mehr Verwendungszwecke für sie gefunden. Die wichtigsten Briefmarkenarten sind:

Freimarken

Die Freimarke ist die älteste und häufigste Form der Briefmarke. Freimarken dienen zur Bezahlung der Beförderungsgebühren der Post. Freimarken gliedern sich in drei verschiedene Arten:

Dauermarken
Dauermarken sind Freimarken, die von der Post über einen längeren Zeitraum in unbegrenzter Stückzahl ausgegeben werden. Dauermarken sind in allen wichtigen Portostufen erhältlich, die zusammen einen einheitlichen Dauermarkensatz bilden. In den meisten Fällen sind diese Marken weniger farbenprächtig als Sondermarken.

Sondermarken
Sondermarken oder Gedenkmarken sind Freimarken, die zu einem besonderen Anlass ausgegeben werden. Nachdem die peruanische Post 1871 die ersten Sondermarken anlässlich der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie Perus zwischen Lima und Callao veröffentlicht hatte, zogen zahlreiche Staaten mit der Ausgabe dieser Marken nach. Viele Länder nutzen heutzutage Sondermarken als willkommene Selbstdarstellung. Insbesondere Kleinstaaten erwirtschaften mit der Ausgabe von Sondermarken beliebter Motive einen nicht unwesentlichen Anteil für die Staatskasse. Sondermarken werden vor allem für Sammler hergestellt, da sie postalisch eigentlich nicht notwendig sind. Echte, mit Sondermarken frankierte Briefe, findet man daher seltener als Briefe mit Dauermarken. Manchmal werden Sondermarken teurer als ihr Nominalwert von der Post verkauft. Der Philatelist spricht von einem „Aufschlag“ oder „Zuschlag“. Meistens dient der Aufschlag wohltätigen Zwecken, wie bei den so genannten Wohlfahrtsbriefmarken aus Deutschland, aber es werden auch andere förderungswürdige Unternehmungen damit finanziert (Ausstellungen, Vereinigungen).

Automatenmarken
Die Automatenmarken werden über Briefmarkenautomaten, die sich meist vor dem Postamt befinden, vertrieben.

Dienstmarken

Dienstmarken sind Briefmarken, die von Behörden, Dienststellen oder Ämtern zum Frankieren von Postsendungen der Dienstpost verwendet werden. Dienstmarken werden deshalb nicht am Postschalter verkauft und sind auch nicht für den normalen Postverkehr zugelassen.

  • Die ersten Dienstmarken wurden 1866 im damals von Großbritannien besetzten Indien verausgabt.
  • In Deutschland wurden die ersten allgemeinen Dienstmarken im Jahre 1920 verausgabt. Sie wurden jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder abgeschafft. Eigenständige Dienstmarken gab es in Bayern (1908 bis 1920), Württemberg (1875 bis 1920), dem Norddeutschen Bund (1870 bis 1871) sowie in der Freien Stadt Danzig (1921 bis 1927).
  • In der Bundesrepublik gab es keine Dienstmarken mehr. In der DDR mussten Sendungen staatlicher Organe, Verwaltungen und Betriebe ab dem 15. August 1954 mit Dienstmarken frankiert werden.
  • In Österreich findet man Dienstmarken nur zur Zeit des Anschlusses von 1938 bis 1945.
  • Die Schweiz verausgabte eigene Dienstmarken von 1910 bis 1962, diese hatten eine Gültigkeit bis zum 30. September 1969.
  • In Liechtenstein wurden zwischen 1921 und 1989 Dienstmarken ausgegeben, diese waren bis zum 31. Dezember 1994 gültig.
  • Ab dem 23. August 1945 gab es auch in der Tschechoslowakei Dienstmarken, die allerdings nur auf dem Gebiet der Slowakei bis zum 30. Juni 1948 verwendet wurden.
  • In Ungarn gab es ab dem 23. Juni 1921 Dienstmarken, die Gültigkeit endete spätestens am 31. Januar 1925.

Flugpostmarken

Flugpostmarken dienen zur Bezahlung der Beförderung per Luftpost. Manchmal werden sie daher auch Luftpostmarken genannt. Flugpostmarken können ausschliesslich für Luftpost verwendet werden und dürfen nicht auf normale Briefe geklebt werden. Die meisten Staaten der Welt entschlossen sich zur Ausgabe eigener Flugpostmarken, da die Postbeförderung mit dem Flugzeug zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts eine grosse Besonderheit darstellte.

Deutschland führte seine ersten Flugpostmarken bereits 1912 ein.
In Österreich wurden während des Ersten Weltkrieges, am 30. März 1918, die ersten Flugpostmarken verausgabt.
Die Schweiz verausgabte ab 1912 eigene Flugpostmarken.

In den meisten europäischen Staaten wurden Flugpostmarken nach dem Zweiten Weltkrieg wieder abgeschafft. Gewöhnliche Freimarken konnten nun zur Frankierung von Flugpostbriefen dienen.

Portomarken

In vielen Ländern werden und wurden eigene Nachportomarken für die Verrechnung des Nachportos für unzureichend frankierte Briefe ausgegeben. Sie werden vor der Zustellung des Briefes von einem Postbeamten aufgeklebt und bei der Auslieferung vom Postboten verrechnet.

Die Schweiz gab ab 1878 eigene Portomarken aus, stellte die Ausgabe jedoch bereits 1938 wieder ein.
In Österreich wurden Portomarken erstmals 1894 ausgegeben. Mit der Einführung des Euro wurden die Portomarken im Jahre 2002 abgeschafft.
Deutschland verausgabte nie eigene Portomarken. Nur die damals noch über eine eigene Posthoheit verfügenden Länder Baden (1862 - 1871) und Bayern (1862 - 1875) verausgabten eigene Portomarken.
In Liechtenstein wurden bis zur Trennung von der österreichischen Postverwaltung 1920 österreichische Portomarken verwendet. In den folgenden Jahren der postalischen Selbstständigkeit verausgabte Liechtenstein zunächst eigene Portomarken in österreichischer Währung und später bis 1940 in Schweizer Währung.

Weitere Briefmarkenarten

  • Eilmarken
  • Einschreibemarken
  • Feldpostmarken
  • Paketmarken
  • Privatpostmarken (sogenannte Cinderellas)
  • Stempelmarken (nur selten postalisch verwendet)
  • Wertstempel (Briefmarken die auf dem Trägerpapier schon aufgedruckt sind, z. B. auf Postkarten)